Der Realität ein Stück voraus

SCOPE & 3D

SCOPE & 3D

Hi Jerzy, Du bist Architekt und arbeitest bei uns viel in 3D. Wie bist Du zu Deinem Schwerpunkt gekommen?

Bei SCOPE arbeite ich hauptsächlich im 3D-Entwurf, betreue die Erstellung von BIM Modellen und erstelle Visualisierungen. Es kommt aber auch vor, dass ich andere Bauphasen bearbeite. Ich habe mich bereits während meines Studiums viel mit 3D beschäftigt, weil mich der Entwurf der skulpturalen Formen und 3D Formfindung in der modernen Architektur sehr interessiert hat.

Mit welchen Programmen arbeitest Du bei SCOPE?

Vor allem mit SketchUp, Revit und mit einer VR Software wie Twinmotion.

Wie werden die 3D-Modelle genutzt?

Wir unterteilen bei der Anwendung von 3D in drei Phasen:

Im Entwurf arbeiten wir mit SketchUp und nutzen die 3D-Darstellung für eine erste Außenwahrnehmung aus rein ästhetischer Perspektive. Da sind noch keine Daten hinterlegt, es handelt sich um eine Art Hülle. Diese Phase ist intern und ermöglicht, mehrere Projekt-Varianten in kurzer Zeit zu untersuchen.

Wenn wir die Pläne erstellen, verwenden wir Revit. Hier können wir das Projekt mit Daten unterfüttern und eine realistische Darstellung der technischen Umsetzung ermöglichen. Vorteil ist hier auch die Kostensteuerung und Datensammlung für die Ausschreibung. Außerdem lassen sich Materialien und Produkte realitätsgetreu darstellen, was die Auswahl und den Entscheidungsprozess erleichtert.

Zuletzt nutzen wir die 3D-Darstellung als Präsentationstool beim Bauherren. Mit einer VR-Brille wird ein digitaler Rundgang durch das Gebäude ermöglicht. Zur Anschauung kommt der Bauherr entweder zu uns, wir präsentieren vor Ort oder wir senden die Files digital rüber.

Details werden auch intern bei SCOPE durch VR begutachtet und abgestimmt. Beim Ausbildungszentrum der Siemens Healthineers haben wir z.B. drei unterschiedliche Varianten von Lamellen an der Fassade angebracht und uns dann 1:1 angeschaut, wie diese wirken.

Wie lange brauchst Du für ein Bauwerk?

Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal gibt es zeitliche Vorgaben, z.B. im Rahmen eines Wettbewerbs, da schaffen wir das Projekt auch innerhalb eines Monats. Wenn wir im Entwurf eines zu realisierenden Baus sind, können wir durchaus ein Jahr daran arbeiten. Je nachdem, wie viele Änderungen vom Bauherrn kommen.

Und zuletzt, aus gegebenem Anlass: Was muss ein guter 3D-Artist können?

Ein guter 3D-Künstler braucht ein Gefühl für den richtigen Maßstab. Wie man einen kleinen Innenausbau umsetzt oder ein riesiges Verwaltungsgebäude, ist vor allem eine Frage des Detaillierungsgrades. Jede Modellgröße verlangt ein anderes Entwurfsgefühl. Im Bereich der Architektur ist es daher wertvoll, die Grundkenntnisse eines Architekten zu beherrschen und sich dann auf 3D-Modellierung zu spezialisieren.