Wettbewerb: AOK plus

Neubau eines Empfangsgebäudes am Campus plus

Eingebettet in die reizvolle Naturlandschaft von Waldheim, liegt das Seminar-und Tagungszentrum der AOK Plus. Unser Entwurf formuliert im Wesentlichen eine architektonische Geste, welche Zukunftsorientierung, Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein demonstriert und die Besucher in Empfang nimmt. Das Bestandsgebäude wird funktional durch einen Eingangsbaukörper ergänzt. Alt und neu verschmelzen unter einer zeichenhaften Dachstruktur und bilden eine moderne und kommunikative Einheit, die Offenheit und funktionale Ästhetik ausstrahlt.

Im Sinne der bereits vorhandenen Heterogenität des Campus+, soll ein neuer Empfangs- und Veranstaltungsbaukörper entstehen, der durch seine zeichenhafte Architektur dem Ort eine unverwechselbare Identität verleiht. Der Neubau definiert sich durch die abknickende Eingangsfassade und einen einladenden Vorplatz und korrespondiert respektvoll mit der gebauten Umgebung. Eine leichte und helle Holzstruktur legt sich wie eine schützende Hülle als Dachhaut über den neuen Baukörper und verbindet ihn mit den modernisierten und neu strukturierten Bestandsbauteilen. Das Dach verbindet nicht nur die Baukörper zu einer formalen Einheit, sondern wertet das Gebäude auch energetisch mit Solar- und Photovoltaikzellen auf. Über dem Ergänzungsbau hebt sich die neue Dachform leicht an und bietet dem neuen Mehrzweckraum darunter eine angemessene Höhe. Durch die seitliche Auskragung und den leichten Rücksprung der Eingangsfront wird eine angenehme Eingangssituation formuliert.

Im Innenraum des Neubaus setzt sich die Dynamik des Daches fort, die Faltung wird durch ein feines Fugennetz und Beleuchtungskörper akzentuiert. Die mehrfach geknickte Holzdecke übernimmt akustische Eigenschaften und reguliert die Nachhallzeiten. Die fein abgestimmte Materialität natürlicher Baustoffe wird durch den gezielten Einsatz von Pflanzen akzentuiert und vermittelt eine gesunde und nachhaltige Firmenkultur.

Status:

Nach dem Rückbau der Eingangshalle wird der Veranstaltungsbauteil funktional ergänzt.

Ein neues Leichtbaudach verbindet Bestand und Neubau und wird mit Dacheinschnitten für eine optimierte Tageslichtnutzung der Innenräume versehen.

Das Dach übernimmt klimaregulierende Funktionen: Flächen für Solarmodule und extensive Begrünung als Retensions- und Verdunstungsflächen.

Der neu gestaltete Eingangsbaukörper mit seiner ausladenden Dachform empfängt den Besucher und leitet diesen über den ebenfalls neu gestalteten Vorplatz zum Eingang.

Der Neubau wird über der durchgehenden Deckenplatte des 1. Gartengeschosses errichtet. Tragende und aussteifende Wandscheiben werden als massive Stahlbetonkonstruktionen ausgeführt. Gleichmäßige Stützenraster an großen Fassadenöffnungen stellen sicher, dass die lastabtragenden Punkte und Kerne vom Erdgeschoss bis in die Fundamentschichten durchgehen. Die leicht auskragende Holz-Stahl-Dachkonstruktion spannt über die variierende Gebäudebreite mittels einer regelmäßigen Trägerkonstruktion, welche umlaufend auf massiven Bauteilen aufgelagert wird.


Die opaken Fassadenteile des neuen Anbaus bestehen aus einer vorgehangenen hinterlüfteten Sichtbetonfertigteilverkleidung, hinter welcher die Dämmebene geführt wird. Die transparenten Bereiche bestehen aus einer energieeffizienten 3-fach Isolierverglasung, welche raumhoch bis zur Decke geführt wird und im oberen Bereich öffenbare Elemente bietet. Vertikalgelagerte, automatisierte Drehlamellen dienen als sommerlicher Wärme- und Sonnenschutz und ermöglichen eine gezielte Tageslichtlenkung. Ein innenliegender Blendschutz erhöht die Nutzerbehaglichkeit bei direktem Sonnenlichteinfall.

Im Innenraum des neuen Bauteils findet sich das Thema Sichtbeton als Pendant zu der Außenfassade wieder. Die hellen kühlen Flächen treten in einen Dialog mit warmen Holzoberflächen, welche sich an der polygonal geknickten Decke und den präzise ausformulierten Ausbauten wiederfindet.