Planung mit Effizienz

SCOPE & BIM

SCOPE & BIM

Mit BIM sollen nicht nur einige Nachteile der Digitalisierung, wie z.B. fehlerhafte oder veraltete Übermittlung von Daten mit hohem Informationsverlust verhindert werden, sondern letztendlich auch eine Menge Zeit und Geld eingespart werden. Durch das Einfließen aller relevanten Informationen wird nicht nur eine dreidimensionale Darstellung ermöglicht, sondern auch Dimensionen wie Zeit, Kosten, Effizienz und Nachhaltigkeit miteinbezogen. Sogar der Betrieb des Gebäudes kann simuliert werden. So erhofft man sich, Prozesse nicht nur effizienter zu gestalten, sondern auch unangenehme Überraschungen, wie horrend steigende Bausummen, zu vermeiden.

Hi Niki, du hast Dich bei uns auf das Thema BIM spezialisiert, wie bist Du dazu gekommen?

Den Computer als ein Werkzeug für die Architektur zu verstehen hat mich schon immer begeistert. Daher habe ich meinen Schwerpunkt schon während meines Studiums auf Architektur und digitale Medien gelegt. Als ich bei SCOPE im Vorstellungsgespräch war, habe ich direkt gesagt, dass ich mir vorstellen kann, das auch hier als Ansprechpartner weiter umzusetzen.

Wie gehen wir bei SCOPE vor, wie sieht das in der Praxis aus?

Unser Ziel bei SCOPE ist es, dass alle Architekten oder Innenarchitekten eine BIM fähige Software beherrschen. Mittlerweile sind wir in fast allen Hochbauprojekten auf Revit umgestiegen.
Hierfür veranstalten wir regelmäßige interne und externe Schulungen, in welchen die Kollegen auch anhand von praktischen Übungen ihr Wissen vertiefen.
Im weiteren Schritt sensibilisieren wir unsere Fachplaner und suchen diese entsprechend aus. Im Moment ist diese Auswahl noch nicht einfach, doch früher oder später werden alle Planer angehalten sein, eine BIM fähige Software zu beherrschen. Für den gesamten Berufszweig ist es aber mit Sicherheit noch ein langer Prozess. Je früher jeder einzelne jetzt damit beginnt, desto besser aufgestellt ist er in der Zukunft.

Was erwarten wir uns von BIM?

Auf jeden Fall eine Prozessverbesserung! Meiner Meinung nach sind wir hier in der Baubranche, im Vergleich mit beispielsweise der Automobilindustrie, fast noch in der Steinzeit. Über banale Dinge, wie eine verbesserte Kommunikation, über wichtige Aspekte, wie der ständigen Zeit- und Kostentransparenz, bis hin zum Einsatz von VR-Brillen auf der Baustelle wird dieser Weg gehen.
All das verlangen die gesetzlichen Vorgaben in Zukunft mehr und mehr, aber das bedeutet auch eine enorme Entwicklung im gesamten Bauprozess. Wenn irgendwann jeder Projektbeteiligte vom Architekten bis zum Handwerker die in BIM implementierten Daten nutzen kann und es versteht damit umzugehen, bietet das enorme Möglichkeiten in Sachen Effizienz. All das darf man aber bei der Initiierung eines neuen Prozesses nicht sofort erwarten, es bringt auch gewisse Verschiebungen des Leistungsaufwandes mit sich. Als Beispiel ist bei uns im Moment der Aufwand in den ersten Leistungsphasen etwas höher als zuvor, wir profitieren jedoch von einigen anderen Dingen.

Was macht die Konkurrenz und wie siehst Du die Zukunft?

Vorerst ist uns wichtig, dass wir als Architekten alle gemeinsam auf diese Zukunft zusteuern. Wir stehen stets für einen Austausch und bemühen uns einen Teil dazu beizutragen.
Wenn ich uns mit anderen Büros im Stuttgarter Raum vergleichen soll, sehe ich uns gut aufgestellt. Zum einen profitieren wir von einem jungen und flexiblen Team, das bereit ist, sich auf die Umstellung einzulassen, zum anderen haben wir früh genug angefangen, uns mit dem Thema zu befassen. Ich denke, das Wichtigste ist, nicht zu unterschätzen, welch zeitlicher Aufwand sich dahinter verbirgt, in eine bestehende Bürostruktur solch einen Prozess zu implementieren, ohne das laufende Geschäft zu beeinflussen.
Das ist aber auch dem geschuldet, dass vieles noch in den Kinderschuhen steckt und ständig überarbeitet und optimiert werden muss. Ziel sollte unserer Meinung nach auch sein, dass BIM als ein offenes System funktioniert, d.h. dass für ein Projekt unterschiedliche Software von den Beteiligten genutzt werden kann und nicht eine, wie z.B. Revit, vorausgesetzt wird. Langweilig wird es uns daher in den nächsten Jahren sicherlich nicht.